neue Termine - neue Einsteigerkurse 

für den ersten der kommenden Kompaktkurse und Workshops im 1.Halbjahr ist die Buchung ab sofort möglich. (Alle wichtigen Informationen  zu den Einsteigerkursen haben wir noch einmal aktualisiert)

 • Taichi Kompakt-Kurs | Wochenende 13.-14. April | buchen »

 • Qigong Kompak-Kurs | Wochenende 20.-21. April | buchen »

 • Qigong Wochenend Workshop- Wirbelsäule & Körperstruktur | im Mai | buchen »

  ... die weiteren Termine folgen in den kommenden Wochen

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Jun
07

Für Alle und Jedermann: alltägliche Gesundheitspflege aus dem Reich der Mitte

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HuangDiVorsorgen statt Kurieren

Die chinesische Kultur ist eine der ältesten noch existierenden Hochkulturen der Welt. Sie ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt für eine Denkweise, welche der Vorbeugung von Krankheit einen größeren Stellenwert beimisst als deren Kuration. Während das westliche Gesundheitswesen nach wie vor stark vom pathogenetischen Paradigma der Schulmedizin dominiert wird, ist das chinesische Denken – sowohl innerhalb des Gesundheitswesens, als auch im Alltag, geprägt vom Gedanken der Vorsorge, Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung. Schon im Klassiker des gelben Kaisers zur inneren Medizin (黄帝内经 Huángdì Nèijīng) lesen wir, dass es zu spät sei einen Brunnen zu graben, wenn man bereits durstig ist, oder die Waffen zu schmieden, wenn die Schlacht längst begonnen hat.
Dass es für die Erhaltung der eigenen Gesundheit nicht immer fachlicher Expertise und auch keines Arztes bedarf, ist auch heute noch eine viel vertretene Ansicht im Reich der Mitte. Erstaunlicherweise sind es oftmals ganz profane Dinge, mit denen die Menschen hier tagtäglich etwas für ihre Gesundheit tun. Viele der Vorstellungen und Praktiken sind kulturell tief verwurzelt und selbstverständlicher Bestandteil des Alltags vieler Chinesen.


Differeziertes Gesundheitsverständnis

Wie auch bei uns und andernorts geht es in China beim Thema Gesundheit weniger um abstrakte Begriffe, sondern um das eigene Erleben. „Dass kann man nicht so einfach erklären – das ist auch so ein Gefühl." Eine zentrale Rolle spielt hier besonders die eigene Vitalität und Energiegeladenheit 精神 (jīngshén). Am besten lässt sich dieser Begriff mit dem englischen Wort 'vigour' übersetzen. Im Deutschen kommt hingegen die Umschreibung lebhaft/frisch der Bedeutung des Wortes recht nahe. Jīngshén bezieht sich, aber nicht nur auf die körperliche Ebene, sondern integriert ebenso stark die für Chinesen scheinbar sehr wichtige psychisch-emotionale Dimension von Gesundheit.
Mit unserem Schwarz-Weiß-Denken in den Kategorien Gesund und Krank können viele Chinesen wenig anfangen. Der Denkansatz 'gesund = normal' und vice versa wird schnell relativiert. Gesundheitliche Probleme werden hier vielmehr als ganz selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens betrachtet. „Krankheit ist normal im Leben...man muss auch manchmal Krankheit haben - das ist ein ganz normaler Mensch." Für diese Sichtweise gibt es im chinesischen den Begriff yàjiànkāng (亚健康), der sich am besten mit 'sub-gesund' übersetzen lässt. Yàjiànkāng ist man demnach immer dann, wenn man zwar keine richtige Erkrankung zu beklagen hat, aber doch kleinere gesundheitliche Einschränkungen vorhanden sind. Das trifft gewissermaßen auf den überwiegenden Teil der Menschen zu.
Mit der westlichen Brille betrachtet, käme man nun zu dem Folgeschluss, dass ein Großteil der Bevölkerung krank ist. Aber so einfach ist es eben nicht. 'Gesund' sei man in diesem Sinne, auch dann noch, wenn man einmal Schwankungen der Befindlichkeit oder kleinere gesundheitliche Probleme hätte. Auch hier zeigt sich einmal mehr, dass im chinesischen Denken der Blick stärker auf Ressourcen und die eigene Gesundheit gerichtet wird. Im Gegensatz dazu, blickt der westliche Ansatz meist nur auf die Seite der Krankheit. Hierfür gibt es einen recht bekannten Ausspruch: „Jeder ist irgendwo krank – man muss nur ausreichend viele Ärzten besucht haben“. Dieser Gedanke steht obigen Zitat des gelben Kaisers in gewisser Weise konträr gegenüber und verdeutlicht noch einmal, wo einer der Hauptunterschiede beider Kulturkreise liegt.

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