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Yangsheng – erleben Sie authentische Gesundheits- und Lebenspflege aus Fernost

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JingLuo-DickdarmMeridianDieser Artikel soll Ihnen einen kleinen Einblick geben, welchen Ansatz wir bei Wujian-Leipzig verfolgen - und wie wir unseren Blick weg von Krankheit & Kuration, hin auf die ganz alltägliche und regelmäßige Gesundheitsförderung richten können. Für eine Verbesserung der eigenen Gesundheit, die Steigerung der Leistungsfähigkeit und des eigenen Wohlbefindens über das 'Normalmaß' hinaus. Die chinesische Kultur hat dazu eine ganze Palette von kleinen Schätzen hervor gebracht, von denen wir Ihnen in unseren Kursen und anderen Angeboten einige ausgewählte näher bringen möchten.  

» eine alternative Herangehensweise an Gesundheit & Krankheit

Der Unterschied zwischen östlicher & westlicher Sichtweise

Unser Denken über Gesundheit & Krankheit als auch die Art-und Weise, wie wir bestimmte Probleme wahrnehmen hat einen großen Einfluss darauf, wie wir damit umgehen. Diese 'Sichtweise' bestimmt auch ganz wesentlich, inwiefern wir solche Probleme unserer eigenen Lebensweise zuschreiben und was wir - selbstbestimmt - dafür tun, um Körper & Geist im Gleichgewicht und bei guter Gesundheit zu halten.

Unsere westliche, durch die Schulmedizin geprägte, Herangehensweise hat ihre Vorteile, aber auch Nachteile. So ist das gegenwärtige 'Gesundheits-System' eigentlich auf die Behandlung von Krankheiten und größeren gesundheitlichen Problemen ausgelegt - also auf den Zeitpunkt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Es leistet großartige Arbeit, wenn es darum geht, (schwer)kranken oder verletzten Menschen zu helfen. Andererseits bietet es wenig Hilfe für die große Mehrheit all Derer, die eher gelegentlich kleinere gesundheitliche Beschwerden hat, oder gern ein höheres Maß an Gesundheit, Wohlbefinden und Glück erreichen möchte.

Selbstbestimmt und unabhängig etwas für die eigene Gesundheit zu tun, lange bevor es überhaupt zu gesundheitlichen Problemen oder Krankheit kommt – das ist bereits eines der Grundprinzipien im Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin (ca. 2500 v.Chr.):

...Wenn eine Krankheit nämlich bereits manifest ist und man sie erst dann [..] behandelt, oder bereits Unruhen ausgebrochen sind und man erst dann ordnend eingreift, wäre das nicht ebenso zu spät, wie auf den Durst zu warten und erst dann einen Brunnen zu graben, oder in die Schlacht zu gehen und erst dann die Waffen zu schmieden?

Durch unseren Fokus auf Krankheit und deren Kuration durch professionelle Fachkräfte übersehen wir 'im Eifer des Gefechts' die Tatsache, dass wir mit dem Ändern unserer Lebensweise und Lebensgewohnheiten tagtäglich einen nachhaltigen und nicht zu unterschätzenden Beitrag für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden leisten können. Dieser Punkt gewinnt umso mehr an Bedeutung, als dass in den letzten drei Jahrzehnten der Anteil der lebensstil-bedingten 'Gesellschaftskrankheiten' wie Übergewicht, Bluthochdruck, Depression, Diabetes u.ä. stark angestiegen ist. Diese sind meist weitaus schwieriger zu behandeln als Infektionskrankheiten oder andere 'akute' gesundheitliche Probleme. Denn Ihre Entstehung vollzieht sich über einen langen Zeitraum ('chronisch') wodurch auch die Folgen meist vielfältig, diffus und schwer behandelbar sind.

Wir vergessen immer wieder, dass der Kerngedanke der chinesischen Medizin nicht die 'alternative' Behandlung von Krankheit als 'Ergänzung' zur Schulmedizin ist, sondern deren Vorbeugung. Und das ist etwas, was die chinesische Medizin weitaus besser versteht, als ihr westlicher Gegenpart. Im Klassiker des Gelben Kaisers lesen wir dann z.B.:

...Ein guter Arzt behandelt die Krankheit, bevor sie ausbricht.

» östliches & westliches Verständnis im Vergleich

Westliches Verständnis von Gesundheit & Krankheit

Anatomia del corpo humano - Juan Valverde de AmuscoIm Westen wird der Körper eher 'mechanisch' betrachtet – eine Art Maschine mit einzelnen (Organ)Systemen, die verschiedene Funktionen übernehmen. Die psychische bzw. geistige Ebene wird im wesentlichen getrennt davon betrachtet (Cartesianisches Modell). Dieser Ansatz war sehr sinnvoll für die Entwicklung der Makro- und Mikroanatomie, für die Entwicklung von Medikamenten oder für die Notfallmedizin. Daher richtet die Schulmedizin ihren Blick vorwiegend auch auf das Finden von 'organischen Schäden' und die Kuration entsprechender Krankheiten – ihr Ziel ist es, ein bestimmtes Symptom zu unterdrücken (Schmerzkiller) oder das jeweilige Problem (nicht immer die Ursache) auf andere Art & Weise zu 'beseitigen'. So werden bei Bluthochdruck, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Schlafstörungen u.ä. oft eine Vielzahl von Medikamente verschrieben, statt erst einmal den Ursachen auf den Grund zu gehen. Bei Beschwerden des Stützt- und Bewegungsapparates wird in manchen Fällen oft vorschnell zu Operationen geraten, ohne zuvor verschiedene alternative Behandlungsmethoden auszuprobieren. Sanfte Bewegung kann hier ein wahres Wundermittel sein. Schließlich ist der Mensch ein 'Bewegungs-Organismus' – auch wenn er heutzutage leider viel zu wenig davon bekommt. Die Entwicklung der Schulmedizin während der letzten Jahre auf diesem Gebiet lässt sich zunehmend mit 'high-tech' und 'high cost' beschreiben.

Die östliche Perspektive auf Gesundheit & Krankheit

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Die chinesische Medizin ist hingegen stärker 'strategisch-antizipatorisch' ausgerichtet. Ihr liegt traditionell ein Verständnis des Menschen als Körper-Geist-Einheit zugrunde. Ein sich selbst regulierender (komplexer) Organismus, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Während Unwohlsein und andere 'diffuse' gesundheitlichen Beschwerden im Westen oft als 'ideophatisch' abgetan werden, sofern man keine organisch oder anderweitig messbaren Veränderungen im Körper finden kann, gelten diese aus Sicht der chinesischen Medizin immer als Zeichen eines gestörten (Fließ)Gleichgewichts. Wenn eine solche Imbalance über längere Zeit bestehen bleibt, können schließlich organische ('messbare') Veränderungen und Schädigungen daraus resultieren, die dann auch die Schulmedizin feststellen kann.
Um solche Symptome zu beseitigen, schaut die chinesische Medizin nach der eigentlichen Ursache bzw. 'Wurzel' des Problems und versucht, die jeweiligen Funktionen zu regulieren, zu harmonisieren und das (innere) Gleichgewicht so wieder herzustellen. Dies bezieht sich dem Verständnis der chinesischen Medizin nach nicht nur auf die körperliche Ebene, sondern ebenso sehr auf Emotionen und unser Denken. Nicht umsonst heißt es hier: ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper – und ein gesunder Körper, braucht einen gesunden Geist.
Das Ziel der chinesischen Medizin ist es also, das komplexe System Mensch dabei zu unterstützen, seine Balance von selbst wieder herzustellen (oder zu erhalten) und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dies geschieht nicht durch chirurgische Eingriffe und nur selten durch Medikamente im westlichen Sinne – sondern durch das Schaffen von 'optimalen Rahmenbedingungen': gute Ernährungsgewohnheiten, möglichst wenig Aufregung und Stress, ausreichend Bewegung, sowie gesunde Lebensgewohnheiten und Lebensweise zählen hierzu. Dieser präventive Ansatz richtet sich also nicht auf die Behandlung von Folgen (wenn es bereits zu spät ist), sondern auf die Vorbeugung deren Ursachen! Damit ist er nachhaltiger, 'low-tech' und 'low-cost'.

» Der erste Schritt zur Selbsthilfe

Erwerben Sie das richtige Werkzeug, sich selbst zu helfen

In einem modernen, integrativen Ansatz nutzen wir optimaler Weise das Beste aus beiden Welten:
Die Schulmedizin für Notfälle, schwere Krankheiten mit bereits vorhandenen 'organischen Schäden' und Alles, was irgendwie physikalisch oder biochemisch gemessen, gescannt und anderweitig 'sichtbar' gemacht werden kann – Urin, Blut, Röntgen...

Die chinesische Medizin für eher kleinere bzw. 'funktionelle' Probleme ohne (für die Schulmedizin) erkennbaren organischen oder 'stofflichen' Ursachen. Um unser inneres Gleichgewicht wieder herzustellen und gezielt und ganzheitlich etwas für unsere Gesundheit zu tun. Mit dem Jahrtausende alten Erfahrungsschatz und der 'diagnostischen' Sprache der chinesischen Medizin können wir die Imbalance als Ursache unserer Probleme bereits im Ansatz beheben, Körper & Geist kultivieren und dadurch ein höheres Maß an Gesundheit und Wohlbefinden erreichen.

Zwei Aspekte spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle:

  • Regelmäßigkeit bzw. ein fester Tagesrhythmus: eine Lebensweise, die sich nach den natürlichen Rhythmen wie Tag & Nacht oder den Jahreszeiten richtet und die 'optimalen' Zeiten für Essen, Regeneration, körperliche oder geistige Arbeit berücksichtigt – so wie sie bereits in der chinesischen 'Organ-Uhr' beschrieben werden (siehe unten).
     
  • Die fünf 'edlen Aktivitäten': diese sind aus Sicht der chinesischen Medizin besonders wichtig für das Bilden bzw. Regulieren der Vitalenergie Qi. Dazu gehören das Atmen, das Essen, Ruhen, sowie die körperliche Aktivität und das Denken (besonders auch Meditation).


In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie auf einfache Weise selbst etwas für Ihre Gesundheit tun können - und wie wir sie ggf. dabei unterstützen. Wenn Sie möchten.

» Regelmäßigkeit und Regimen

Rhythmus und Regelmäßigkeit im täglichen Leben

Wandel wird im Taoismus als die einzige Konstante betrachtet – und dieser Wandel vollzieht sich in regelmäßigen Mikro- und Makrozyklen: in Tag & Nacht, den Jahreszeiten oder dem Durchlaufen astrologischer Zyklen (wie z.B. den 12 Sternkreiszeichen des chin. Kalenders). Die Ärzte und Gelehrten im alten China betonten immer wieder die Bedeutung eines regelmäßigen und ruhigen Lebens in Harmonie mit der Natur und diesen Rhythmen. Dies sei der Schlüssel für Gesundheit und Langlebigkeit.

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Aus der Rotation der Erde gehen Tag & Nacht als der kleinste und wichtigste Taktgeber unseres Lebens hervor. Sie geben uns einen festen Rhythmus für körperliche und geistige Aktivität einerseits - und Regeneration bzw. Schlaf auf der anderen Seite. Die Mondzyklen erzeugen die Wochen und Monate – die Jahreszeiten wiederum entstehen durch die Neigung der Erdachse - und die komplette Umrundung der Sonne bringt schließlich den Jahreszyklus mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter hervor. Auch ein jedes Menschenleben lässt sich als großer Makrozyklus verstehen – von der Geburt bis zum Tod.

Dieses Pendeln zwischen einem positiven und einem negativen Maximum innerhalb eines bestimmten Zyklus (Tag & Nacht, Sommer & Winter, Aktivität & Erholung) ist ein typisches Phänomen aller lebenden Systeme und wird versinnbildlicht durch die Yin-Yang Monade.

Als Teil der Natur sollten die Menschen der taoistischen Vorstellung nach – ähnlich den Pflanzen und Tieren - ihr Leben entsprechend diesen großen und kleinen Rhythmen ausrichten. Regelmäßigkeit im Tagesablauf und ein Lebensstil in Harmonie mit den natürlichen Rhythmen führen so zur 'Konditionierung' unseres autonomen Nervensystems. Das bedeutet, dass sich unser Körper und dessen einzelnen 'Funktionssysteme' besser auf die bevorstehenden täglichen Aktivitäten zu ganz bestimmten Tageszeiten einstellen können – z.B. Essen, Schlafen, körperliche & geistige Arbeit. Dadurch werden diese biologischen Funktionen effizienter und wir nutzen unser körperliches und geistiges Potential besser und sinnvoller. Auf ganz natürliche Weise.

Die chinesische Organ-Uhr (siehe nächster Abschnitt) liefert uns an dieser Stelle eine hervorragende Orientierungshilfe für den kleinsten und wichtigsten aller Zyklen: sie beschreibt, zu welcher Tageszeit die jeweiligen Organsysteme ihr funktionelles Maximum und Minimum haben, sodass wir auf diesem Wege die 'optimalen' Zeiten für verschiedene Tagesaktivitäten und Tätigkeiten finden können.

Viele Menschen haben sich inzwischen gewollt oder ungewollt von diesen natürlichen Rhythmen entfernt. Sie leben teilweise regelrecht gegen die 'innere Uhr' - oft bedingt durch ein ungesundes Umfeld (soziales Umfeld, Wohnort etc.) und ungesunde Arbeits- und Lebensgewonheiten. Sich den natürlichen Gesetzmäßigkeiten wieder anzunähern, die alles Leben auf unserer Erde beeinflussen, kann uns dabei helfen, unsere Gesundheit zu verbessern, unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden zu steigern - und auch mehr Energie für das Bewältigen der Höhen und Tiefen unseres Alltags zu haben.

One who is good at preserving life gets up and goes to bed at a timetable adjusted to different seasons,   and maintains a strict regimen in daily life.

englische Übersetzung von Sun Simiao   581-682 AD

» die chinesische Organ-Uhr: im Rhytmus mit der Natur

Die chinesische Uhr – Chronobiologie aus östlicher Perspektive

Nachdem wir die Bedeutung von Regelmäßigkeit für unsere Gesundheit verstanden haben, können wir im nächsten Schritt überlegen, wie wir einen passenden Rhythmus für uns finden, um wieder in Einklang mit dem verschiedenen natürlichen Zyklen zu kommen. Am besten beginnt man dabei im Kleinen: bei Tag & Nacht. Denn sie sind 'kleinster gemeinsamer Teiler' und finden sich auch in allen größeren Zyklen wieder.

Die Taoisten glauben, dass der Mensch (als 'Mikrokosmos) ein verkleinertes Spiegelbild der Natur (dem 'Makrokosmos') darstellt und die Bewegung der Himmelskörper z.B. nicht nur Ebbe & Flut oder das Wachstum von Pflanzen beeinflussen, sondern auch die Zirkulation der Vitalenergie Qi und des Blutes im Menschen.

Der 24-Stunden Zyklus des Qi

Der 24-Stunden Rhythmus, der durch die Rotation der Erde entsteht, bietet uns eine wichtige Orientierungshilfe für einen regelmäßigen Tagesablauf als wesentliche Voraussetzung, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erreichen. Genau hierauf bezieht sich auch die chinesische Organuhr.

Organuhr

Ihr liegt die Theorie zugrunde, wonach jedes Organ mit einem der fünf Elemente bzw. 'Wandlungsphasen' in Beziehung steht. Diese Wandlungsphasen wechseln sich alle zwei Stunden ab, wodurch verschiedene 'Hochzeiten' entstehen, zu denen das jeweilige Organsystem sein funktionelles Maximum erreicht. Diese rhythmische Oszillation der Organfunktion wurde mittlerweile auch von der modernen Chronobiologie weitestgehend bestätigt.

Weiterhin geht die chinesische Medizin davon aus, dass jeder der zwölf Hauptmeridiane (in denen das Qi zirkuliert), ähnlich wie auch unsere Organe selbst, in enger Verbindung mit einer bestimmten Emotion steht. Mithilfe der Organuhr können wir versuchen, unsere Aktivitäten genau auf die Tageszeit abzustimmen, zu der die betreffenden Organe und Meridiane ihr funktionelles Maximum erreichen und somit körperlich als auch emotional in vielfältiger Weise davon profitieren.

Element

Organ

Uhrzeit

Emotion

Metall ()

Lunge

03-05

Trauer

Metall ()

Dickdarm

05-07

Trauer

Erde ()

Magen

07-09

Sorge

Erde ()

Milz

09-11

Sorge

Feuer ()

Herz

11-13

Freude

Feuer ()

Dünndarm

13-15

Freude

Wasser ()

Blase

15-17

Angst

Wasser ()

Niere

17-19

Angst

Feuer ()

Perikard

19-21

Freude

Feuer ()

3facher Erwärmer

21-23

Freude

Holz ()

Gallenblase

23-01

Wut

Holz ()

Leber

01-03

Wut

Am frühen Morgen (Wandlungsphasen Metall & Erde) ist z.B. die optimale Zeit, um einen erfolgreichen Tag zu starten. Metall steht für den Wechsel von Alt und Neu und ist assoziiert mit den Organen Lunge und Dickdarm. Die Übungen des Daoyin wurden früher auch mit dem Begriff 'Tugu Naxin' (das Alte und Verbrauchte ausstoßen, um das Neue aufzunehmen) bezeichnet. Genau dies tun wir z.B. bei den verschiedenen Übungen am Morgen, wenn wir das verbrauchte Qi ausatmen, um nach der Nacht frisches Qi und ausreichend Sauerstoff in unseren Körper zu bringen. Als Teil unseres Verdauungssystems hat der Dickdarm zu dieser Zeit ebenfalls sein funktionelles Maximum: Morgentoilette. Anschließend ist (etwas Neues) ein leckeres, leicht verdauliches Frühstück angesagt – denn zwischen 7:00 und 9:00 hat der Magen 'high time'.

Eine einfache Möglichkeit, im Rhythmus mit der Natur zu leben und gut in den Tag zu starten ist es also, am besten mit der Sonne aufzustehen, gegen 7:00 einige Morgenübungen, Qigong oder Taiji zu absolvieren, danach während des Erde-Elements zwischen 7:00 und 9:00 ein leicht verdauliches Frühstück zu genießen, um ausreichend frisches Qi zu erzeugen und den Körper mit Kohlenhydraten, Proteinen und Nährstoffen zu versorgen. Anschließend sollte gleich die wichtigsten Dinge des Tages anpacken. Denn so gestärkt und voller Energie gelingt Vieles leichter.

Die Empfehlungen zu Rhythmus und Regelmäßigkeit im täglichen Leben sind vielfältig – und doch stellen sie nur einen kleinen Teil des gesammelten Wissens über die Förderung der eigenen Gesundheit (养生之道 Yǎngshēng zhīdào) mit ganz einfachen und vor allem natürlichen Mitteln dar. Einiges davon erfahren Sie oft 'ganz nebenbei' in unseren normalen Kursen. Für all Jene, die gern noch mehr darüber wissen möchten, gibt es aber auch einen regelmäßig statt findenden kleinen Workshop in unserem Angebot, sowie unsere persönliche Gesundheitsberatung vor dem Hintergrund der chinesischen Medizin, in der dieser Aspekt ebenfalls mit einfließt.

» kleine Taten, große Wirkung - die fünf edlen Aktivitäten

Die 'fünf edlen Aktivitäten' – Atmen, Ruhen, Essen, körperliche Aktivität und Denken (bzw. Meditation)

Der Schwerpunkt der chinesischen Medizin liegt in der Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden, statt auf der Kuration von Krankheit. Der Mensch wird als sich selbst regulierender Organismus verstanden, dessen Gesundheit und Leistungsfähigkeit wesentlich von der Qualität, der Quantität und der ungehinderten Zirkulation der Vitalenergie Qi abhängt. Nach Ansicht der chinesischen Medizin helfen uns besonders die fünf folgenden Aktivitäten dabei, Qi zu produzieren und zu regulieren, sowie Harmonie und Balance in unserem Körper wieder herzustellen.

Atmen

Das Atmen und die Versorgung des Körpers mit frischer Luft und Qi wird von den Taoisten sogar noch als wichtiger für Gesundheit und Langlebigkeit erachtet, als die Aufnahme von Nahrung und Wasser. Wir kommen Wochen lang aus, ohne zu essen, Tage ohne zu trinken, aber nur Minuten oder Sekunden ohne zu Atmen! Der Atem gilt als die direkte Verbindung von Körper und Geist – und ist die einzige 'autonome' Körperfunktion, die wir auch willentlich steuern können. Darüber lässt sich umgekehrt auch Einfluss auf das vegetative Nervensystem und damit unseren Entspannungszustand nehmen. Nicht umsonst ist in fast allen Meditationsrichtungen der Atem das erste und zentrale Element beim Sammeln des Geistes und der Beruhigung der Gedanken. Im Orient gilt Atmen als eine 'Kunst' – so gibt es z.B. in Indien das Pranayama und in China das Qigong.

Das richtige und vor allem natürliche Atmen ist ein Aspekt, der in all unseren Kursen ein zentrale Rolle spielt. Egal ob im Qigong oder Tai-Chi, im Yangsheng und sogar in unseren Kung-Fu Kursen sind Atmung und der Einklang von Atmung und Bewegung wichtige Elemente.

Ruhe

Erholung, Schlaf (und besonders stille Meditation) gelten als wichtige und wirkungsvolle Regulatoren für das zentrale Nervensystem. Schlafentzug ist weitaus gravierender und schwerer zu verkraften, als einige Tage ohne Nahrung. In den klassischen Texten gibt es zahlreiche Hinweise und Regeln, um den Erholungseffekt und die gesundheitliche Wirkung zu maximieren: Welche Zeit ist die beste für Nachtschlaf oder Mittagsruhe, wie lang sollte man ruhen, in welcher Position sitzen oder liegen, zu welcher Zeit Morgens aufstehen uvm.

Dieses Thema greifen wir zusammen mit dem beiden Aspekten Essen und Denken/ Emotionen im weiter oben genannten Workshop auf und geben Ihnen interessante Einblicke in die chinesische Denkweise sowie die Kunst der Gesundheits- und Lebenspflege Yangsheng.

Essen

Die Aufnahme von Nahrung versorgt uns mit der notwendigen Energie und Nährstoffen. In vielen Ländern Asiens und so auch in China geht es hierbei aber um mehr, als nur satt zu werden oder die ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten, Fetten oder Vitaminen. Jedem Nahrungsmittel wird eine bestimmte funktionelle bzw. regulierende Eigenschaft zugesprochen – auch besitzen sie 'warmen' oder 'kalten' Charakter, der mit dem jeweiligen 'inneren Verhältnis' von Yin & Yang zu tun hat. In der chinesischen Kochkunst werden die Bestandteile einer Mahlzeit je nach Jahreszeit, der individuellen Situation (z.B. innere Imbalance von Yin & Yang) oder Konstitution zusammen gestellt. Im Prinzip ist die chinesische Kochkunst eine Art 'functional food' des Ostens – nur wesentlich älter, gesünder und ganzheitlicher vom Ansatz. Neben Dem, was wir essen spielt aber auch das Wie und Wann eine Rolle und ist fester Bestandteil vieler Abhandlungen über die Kunst des Yangsheng.

Denken (& Emotionen)

Wir alle haben schon einmal die Wirkung von Gedanken und Emotionen auf unseren Körper erlebt – z.B. auf Herzschlag, Atmung oder Blutdruck. Die Taoisten messen solchen 'inneren' Faktoren (psychologischer und emotionaler Natur) weitaus größeren Einfluss auf unsere Gesundheit bei, als der Westen. Auch in der chinesischen Medizin steht jede der 'fünf Emotionen' in Verbindung mit einem bestimmten Organ (zàng-fǔ脏腑) und hat einen Einfluss auf die Vitalenergie Qi sowie deren Zirkulation im Körper. Eine besonders wichtige Rolle spielt hierbei das Herz als 'General' oder 'Lenker' aller anderen Emotionen.

5 Emotionen  Organe

Falls eine dieser Emotionen zu intensiv oder über einen längeren Zeitraum auftritt, kann sich das auf den Fluss des Qi und damit unsere Gesundheit auswirken.Deshalb wird im Taoismus so großer Wert auf eine ruhige und ausgeglichene Stimmung, heitere Gelassenheit und ein Leben möglichst ohne emotionale Höhen und Tiefen gelegt.

Heiter, gelassen und innerlich ausgeglichen kommen Sie hoffentlich auch aus unseren Qigong - oder Tai-Chi Stunden. Nicht umsonst wird letzteres auch als 'Meditation in Bewegung' bezeichnet.

Bewegung & Körperliche Aktivität

Im Deutschen kennen wir das Sprichwort: 'Wer rastet, der rostet.' Und so ist regelmäßige körperliche (und geistige) Aktivität auch aus der Sicht der Gesundheit- und Lebenspflege bzw. der chinesischen Medizin eine wichtige Voraussetzung, um gesund alt zu werden.

Welche Art von Übung, in welchem Umfang, zu welcher Tageszeit – all dies sind wichtige Aspekte des Yangsheng und verschiedener spezieller Übungssysteme, wie sie wohl kaum woanders auf einem solch hohem Niveau kultiviert wurden, wie in China.

In unserem täglichen Berufs- und Familienalltag haben wir oft ein Zuviel an Stress und ein Zuwenig an Bewegung. Bei uns finden Sie einen guten Ausgleich für den Körper sowie ausreichend Entspannung für Geist & Seele.

Noch mehr Yangsheng...

Die Methoden des Yangsheng sind vielfältig. Im Mittelpunkt stehen dabei aber immer drei Aspekte: 养身 (yǎng shēn – ein gesunder Körper), 养心 ( yǎng xīn – das 'Herz', unser emotionales Wohlbefinden ) und 养神 (yǎngshén – den Geist kultivieren).

Neben den genannten Aspekten gibt es noch eine Vielzahl weiterer Dinge, mit denen Sie tagtäglich und im Kleinen etwas für Ihre Gesundheit tun können. Oftmals sind es ganz banale Dinge wie ein warmes Fußbad am Abend, das richtige Verhältnis von Aktivität und Erholung, eine selbst angewendete Klopfmassage, entspannende Augenübungen nach langer Computerarbeit und Anderes mehr.

In unserem Yangsheng-Kurs erhalten Sie neben den verschiedenen körperlichen- und Atemübungen auch hierzu vielfältige Anregungen und Einblicke.

» vergessen Sie den Arzt - werden sie selbst aktiv

Übernehmen Sie Verantwortung gegenüber ihrer Gesundheit – werden Sie aktiv.

Im Zentrum das hier beschriebenen Denkansatzes stehen Selbstbestimmung und das Übernehmen von Verantwortung der eigenen Gesundheit gegenüber. Auf eine gute Krankenversicherung oder die Hilfe des Arztes zu vertrauen, wenn es bereits 'zu spät' ist, lässt uns nicht jenes Niveau von Gesundheit & Wohlbefinden erreichen, wie wenn wir die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Das geht schon mit wenigen Minuten täglich. Dafür brauchen Sie kein Geld, keine besonderen Hilfsmittel und auch keinen Personal Trainer. Mit ein paar einfachen Übungen für Körper und Geist sind Sie bereits auf dem richtigen Weg – und werden bald auch ein Mehr an Energie, Gesundheit und Wohlbefinden erleben.

Statt zu versuchen, jedes Jahr von Neuem mit 'guten Vorsätzen' alle ihre schlechten Gewohnheiten auf einmal loszuwerden, schauen Sie doch lieber, was Ihnen gut tut… und beobachten Sie, wie sich die negativen Dinge mit der Zeit ganz von allein in Luft auflösen...

Dass brauchen Sie uns jetzt nicht zu glauben. Am besten probieren Sie es selber aus. Wir geben Ihnen gern das passende Werkzeug dafür an die Hand.

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